Wundheilungsstörung

Was sind Wundheilungsstörungen?


Manche Wunden brauchen sehr lange um zu heilen, mitunter heilen Wunden auch gar nicht ab. Eine verzögerte oder atypische Heilung von Wunden wird unter dem Begriff Wundheilungsstörungen zusammengefasst. Weltweit leiden etwa 1 bis 2 % aller Menschen an einer gestörten Wundheilung.

Menschen mit Wundheilungsstörungen glauben schon lange nicht mehr an den Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“. Viele Betroffene haben oft einen jahrelangen Leidensweg mit dauerhaft geöffneten oder wiederholt aufgehenden Wunden hinter sich. Auch wenn die moderne Wundversorgung immer weitere Fortschritte macht, muss klar gesagt werden: Nicht jede Wunde geht zu.



Folgen von Wundheilungsstörungen 

Einerseits ist eine verzögerte Heilung von Wunden für den Betroffenen beschwerlich und lästig. Der Leidensdruck ist mitunter sehr hoch. Selbst Depressionen und soziale Isolation können die Folge sein. Andererseits erhöhen Wundheilungsstörungen aber auch die Kosten im Gesundheitssystem, sogar erheblich. Häufig sind nämlich wiederkehrende Klinikaufenthalte nötig, ebenso kosten Verbandsmaterialien und Verbandssystem sehr viel Geld. Darum gilt es, Wundheilungsstörungen so gut wie möglich zu verhindern. 


Wunden

Wunden können sehr unterschiedlich aussehen und verschiedenste Ursachen haben. Sie reichen von oberflächlichen Schürfwunden und Schnittwunden sowie Kratzwunden, tiefen Stich-, Hieb- und Schusswunden bis zu ausgedehnten Operationswunden.

Bei jeder Wunde werden kleinste (mitunter auch große) Blutgefäße verletzt und der normale Blutfluss gestört. Das wiederum setzt die körpereigene Blutgerinnung in Gang. Dabei wird zunächst das zerstörte Blutgefäß mit einem Blutpfropf (Blutgerinnsel) verschlossen. Nun erst beginnt die eigentliche Heilung einer Wunde.

Phasen der Wundheilung

Die Wundheilung erfolgt nach einem fein abgestimmten System und durchläuft unterschiedliche Phasen.


Ruhephase

In der Ruhephase (auch Latenzphase) ruht der Heilungsprozess. Nach heutigen Erkenntnissen geschehen weder makro- noch mikroskopische Veränderungen. Die Ruhephase ist jedoch nur sehr kurz und schwer von der folgenden Entzündungsphase abzugrenzen. Daher wird sie mitunter auch nicht als eigene Phase erwähnt.


Entzündungsphase

In der Entzündungsphase (auch als Inflammations-, Exsudations- oder Inflammationsphase bezeichnet) bildet sich über der Wunde ein sogenanntes Fibrinnetz. Fibrin ist ein Eiweiß mit klebstoffähnlichen Eigenschaften, das dem Verkleben der Wundränder dient. Zudem wird in dieser Phase das sogenannte Wundwasser (Wundsekret) gebildet. Diese von Entzündungszellen durchsetzte Flüssigkeit reinigt gewissermaßen die Wunde von Keimen und Fremdkörpern. Zusätzlich verstärkt sich die Zellteilung im Wundgebiet. Sogenannte Fresszellen (Makrophagen) beseitigen ferner Zelltrümmer in der Wunde und den sich anfangs gebildeten Blutpfropf. Spezielle Bindegewebszellen beginnen damit, das zerstörte Wundgebiet wieder aufzubauen. Ein feuchtes Wundgebiet ist dabei vorteilhaft. Die Entzündungsphase dauert 1 bis 3 Tage.


Granulationsphase

In der Granulationsphase (Proliferationsphase) wird das Wundgebiet mit Füllbindegewebe (Granulationsgewebe) aufgefüllt. Zugleich wird das Fibrinnetz aus der Entzündungsphase abgebaut. Des Weiteren sprießen neue Blutgefäße in den Wundbereich ein. Die Granulationsphase dauert etwa vom 4. bis zum 12. Tag nach Wundentstehung (bei Mikroverletzungen auch nur wenige Stunden). Um den 10. Tag herum beginnt die Ausbildung von Kollagenfasern. Kollagen ist ein wesentlicher Bestandteil von Bindegewebe. Neues Gewebe in der Granulationsphase kann sich jedoch nur dann gesund entwickeln, wenn im Wundgebiet optimale Bedingungen vorherrschen.


Phase der Narbenbildung

Die Phase der Narbenbildung wird auch als Regenerationsphase bezeichnet. In dieser Phase schließt sich die Wunde. Der Wundverschluss besteht aus Deckgewebe der Oberhaut und neuem Gewebe aus der Wunde. Aufgrund der vielen Kollagenfasern ist Narbengewebe weniger elastisch und somit minderwertiger als gesunde Haut. Deshalb wird beispielsweise während einer Operation auf eine möglichst geringe Gewebsverletzung und kleine Narbenbildung geachtet. Die Regenerationsphase beginnt üblicherweise am 13. Tag nach Wundentstehung und kann bis zu mehrere Wochen andauern.


Maturationsphase

Einige Autoren führen noch die Maturation (Reifung) als eigene Phase der Wundheilung auf. In dieser Phase passt sich das Narbengewebe an die örtlichen, zum Teil unterschiedlichen Anforderungen an. Zudem nimmt der Wassergehalt im Narbengewebe ab und die Narbe schrumpft. Des Weiteren verringert sich die Anzahl der Blutgefäße im Narbengewebe: Die zunächst rote Narbe wird blass. Die Maturationsphase kann 1 bis 2 Jahre dauern.


Ursachen von Wundheilungsstörungen

Es gibt viele verschiedene Faktoren und Situationen, die als Ursache von Wundheilungsstörungen infrage kommen. Mediziner unterscheiden dabei örtliche Faktoren im Wundgebiet und allgemein störende Umstände.


Örtliche Faktoren für Wundheilungsstörungen

Zu den wundspezifischen, örtlichen (lokalen) Faktoren, die Wundheilungsstörungen verursachen, gehören insbesondere:


Krankheitserreger und Wundinfektionen mit Bakterien, Viren, Parasiten und/oder Pilzen

Fremdkörper in der Wunde

große oder gequetschte Wunde

spannende und zerklüftete Wundränder

große Blutergüsse (Hämatome) im Wundbereich

mangelnde Ruhigstellung der Wunde

permanente Druckbelastung der Wunde

Neigung zu überschießender Narbenbildung

Auseinanderklappen der Wundränder nach Wundnaht (sogenannte Wunddehiszenz)

zu zeitige Entfernung der Fäden nach operativem Wundverschluss.


Allgemeine Umstände für Wundheilungsstörungen

Neben den örtlichen Faktoren gibt es allgemeine Umstände, die sich als Wundheilungsstörungen auswirken. Dazu gehören vor allem:

höheres Lebensalter: Bei älteren Personen heilen Wunden allgemein schlechter, da alte Menschen eine verminderte Hautdurchblutung und oft auch ein geschwächtes Immunsystem haben.

schlechter Ernährungszustand: Die Wundheilung verzögert ein Mangel an Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein Vitamin C-Mangel stört zusätzlich die Kollagenbildung, Calcium- und Eiweißmangel behindern die normale Blutgerinnung.

Begleiterkrankungen wie Diabetes, Blutarmut, arterielle Durchblutungsstörungen, Gicht, Nikotinsucht und Venenschwäche (venöse Insuffizienz): Diese Erkrankungen führen zu einer verminderten Blutversorgung im Wundbereich. Ohne eine ausreichende Sauerstoff- und Nährstoffversorgung jedoch heilen Wunden schlechter bis gar nicht ab.


Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems: Vor allem Krebserkrankungen und chronische Infektionskrankheiten (zum Beispiel Tuberkulose, AIDS oder Syphilis) schwächen das Immunsystem und beeinträchtigen so die Wundheilung.


Medikamente: Insbesondere Gerinnungshemmer, Krebsmedikamente (Zytostatika) und immunsystemunterdrückende Wirkstoffe wie Kortisonpräparate verzögern die Wundheilung.


Psychosoziale Umstände und psychische Erkrankungen: Dazu gehören vor allem eine mangelnde Kooperationsbereitschaft des Patienten, Demenz und Verwahrlosung oder die Angst vor Schmerzen. Einerseits werden Wunden nicht regelmäßig versorgt, andererseits lässt die Wundhygiene oft zu wünschen übrig.


Bei Wundheilungsstörungen gehen wir gemeinsam auf Ursachenforschung und wählen dann die für Sie passende Therapie.

Unter anderem biete ich folgende Therapien zur Wundheilung an:


Eigenbluttherapie 

Blutegel Therapie 

PRP Behandlung (Blutplasma / Stammzellen)

Vitamin C Infusionen 

Softlaser Behandlung